Reinhold Würth: Der Herr der Schrauben, Helge Timmerberg
- Substrat: mit Top-Vertrieb, Weitsicht & gutem Timing zum Familienimperium
- Geheimwaffe des Konzerns war Top-Vertrieb (heute zusätzlich E-Commerce)
- Strategie
- wuchs u.a. mit Automobilindustrie (Mitte 1950er ca. 1,7 Mio. PKWs, Mitte 60er 10x mehr)
- langfristige Kundenbeziehungen angestrebt; ständige Verkleinerung der Verkaufsgebiete; Divisionierung nach Gruppen ("Holz", "Metall", ...); schickte beste Verkäufer ins Ausland
- Druck auf ganze Front verteilt, nicht konzentriert ("Ermüdungsbruch", gemäß Clausewitz)
- Kernmarkt (deutscher Handwerkermarkt) "weit draußen" verteidigen (bspw. durch Kampfpreise in "kaputtem" Industriemarkt; gemäß Clausewitz)
- Anreize für Verkäufer
- damals 5% des Umsatzes als Provision + weitere 5% ab 10 Tsd. Mark Umsatz
- seit 1978 Club der 80.000: Verkäufer mit monatl. Umsatz >80 Tsd. Mark; Incentive-Reisen
- er setzte aggressive Umsatzziele & hat täglich Umsätze des Vortages kontrolliert; fragte nach, wenn die Zahlen sanken; Top-Leute hingeschickt, wenn sich die Lage nicht besserte
- Verkäufer -> Hauptverkäufer -> Bezirksleiter -> Verkaufsgebietsleiter (5 Verkaufsgebiete)
- breites Unternehmensportfolio: Schrauben, Arbeitskleidung, Werkzeuge, Regale, ...
- Strategie
- hat in Nachfolgeregelung Firma vor Familie gestellt
- 1985 Betriebsvermögen in 4 Familienstiftungen ; gemäß Satzung Wohle der Familie verpflichtet
- Vorstand mit 3 Mitgliedern; Aufsichtsrat mit 5, wobei nur 2 Familienmitglieder Plätze haben
- Fremdaufsichtsräte von Reinhold Würth bestimmt und sie regeln ihre Nachfolge selbst
- sehr religiös
- Geheimwaffe des Konzerns war Top-Vertrieb (heute zusätzlich E-Commerce)

Notizen
- 16.07.1945: Schraubengroßhandlung Adolf Würth
(Google Maps)
nahm in Künzelsau Betrieb auf
- Vater Adolf hat vorher 25 Jahre in einer Firma gearbeitet, wo er Ausbildung machte
- Reinhold half von Anfang an als 10-Jähriger aus; mit 14 begann er offizielle Ausbildung im Betrieb; bekam mit 16 Ausnahmegenehmigung für Führerschein
- Reinhold Würth sieht sich als Glied in Kette seiner Ahnen
- 14.12.1954 starb Vater; Reinhold Würth übernahm (Umsatz +16%, er war 19)
- Umsatz: 1954 146 Tsd. Mark, 1955 170 Tsd. Mark, 1956 270 Tsd., 1957 354 Tsd., 1958 fast verdoppelt, 2022 >70 Tsd. Mitarbeitende, >20 Mrd. EUR Umsatz p.a., >3 Mio. Kunden
- eigene Produkte & Marken geschaffen, um Qualität der Marke Würth zu steigern (mit Zangen & Blechscheren begonnen); Forschungsabteilung aufgebaut, die Patente generieren; heute gibt es u.a. Regal, das automatisch erkennt, was fehlt, und es nachbestellt oder ASSY (asymmetrisches Gewinde; leicht rein, schwer raus; ohne Dübel)
- alle 4-5 Jahre bringt Würth alle Führungskräfte (+ Partner) für einen mehrtägigen Kongress zusammen
- dort vergibt Vorsitzender Würth-Ehrennadeln mit 1 oder 2 Brillanten an verdiente Mitarbeiter
- neben Keynotes gibt es Kleingruppen-Workshops
- Reinhold Würth trennt sich schnell von negativen Menschen/Managern
- Führungskultur ist für ihn Top-Thema
- immer vornehm gekleidet (oft 3-Teiler), kurzer Haarschnitt
- »Alles, was läuft, laufen lassen.«
- »Organisation so viel wie nötig – Initiative, Kreativität, Flexibilität so viel wie möglich.«
- »Geld ist nicht alles, aber ohne Geld ist alles nichts«