Die Red Bull Story, Wolfgang Fürweger
- Substrat: Geschäftszweck der Red Bull GmbH ist die Verwertung der Marke Red Bull
- Eigenen Markt für Energy-Drinks mit Gründern von Krating Daeng geschaffen
- Kern-Strategie: sinnvolle Erweiterungen für Marke Red Bull finden
- Kern-Taktiken:
- kreatives Marketing (Comic-Werbung, Szene-Mischgetränke, eigene Events wie Air Race oder All-Sprung, ...)
- integraler Bestandteil von Sportarten werden (Extremsport, F1, Fußball, ...)
- PR nur für Red-Bull-Nachrichten, alles andere abblocken
- zentrale Führung mit dezentraler Firmenstruktur (Töchter- und Beteiligungsgesellschaften)
- Mateschitz als CEO mit 6 Managern: Finanzen, Produktion, Social Affairs, Recht & Personal, Marketing & PR, Markenmanagement
- Sportarten sind in Corporate Projects strukturiert
- Produktion zu 100% an Rauch ausgelagert, Vertrieb oft (bspw. in Deutschland)
- Betriebs- und Aufsichtsräte immer verhindert; dafür sogar Töchtergesellschaften aufgelöst
- 50% des Gewinns bleibt in Firma, 30% des Umsatzes für Marketing, Dividenden gemäß Eigenkapital
- seit 2003 betreiben sie "Diagnostic & Training Center" in Fuschl als Dienstleistung für Athleten
- Eigenen Markt für Energy-Drinks mit Gründern von Krating Daeng geschaffen

Notizen
- Red Bull ist Marketing-, Sport-, Freizeit- und Medien-Konzern
- insb. bekannt über Energy-Drink, Extremsport, Fußball, Formel1
- Kernherausforderung: Spirit am Leben halten & Erweiterungen für Marke Red Bull finden
- glaubte von Anfang an zu 100% an Produkt, auch an belebende Wirkung, trank tägl. 5-12 Dosen
- sehr loyal, hält über Jahrzehnte an Geschäftspartnern & Mitarbeitenden fest
- war noch mit Mitte 60 5x pro Woche mit persönlichen Trainer 2-3 Stunden in der Kraftkammer
- Frühe Präsentation (1980er): "Für Red Bull gibt es keinen Markt. Wir werden einen schaffen."
- von Anfang an teures high-end-Produkt mit klarer Positionierung vor Augen
- von Anfang an Athleten-Sponsoring & Event-Veranstalter (insb. Extremsport)
- 2019 ca. 700 Sportler (in ca. 70 Ländern) in ca. 130 Sportarten (kein Kampfsport)
- Markenkern: selbstironisch, nonkonformistisch, smart, rebellisch
- mehr als 50 Marketing-Vorschläge verworfen bis 'Red Bull verleiht Flügel' sofort entschieden war
- schlankes, hohes 25cl-Dosen-Design & blau-silber-Kombination in vielen Ländern eingetragen
- Kontroversen (ungesund) und Gerüchte (Rinderhoden) laufen lassen -> gute PR
- Pressestelle kümmert sich darum, Anfragen abzuwehren & Werbung für RB zu machen
- striktes Verbot über Interna zu sprechen, Mateschitz gab nur Interviews an Print-Medien
- Geschäftsfelder (Motorsport, Fußball, Eishockey, Event-Management, ...)
heißen Corporate Projects, sind über Tochtergesellschaften organisiert
- Mateschitz: "Unsere Philosophie ist, dass wir ein integraler Bestandteil der Sportart sind."
- engagiert sich unter eigener Marke, langfristig und als Hauptakteur
- Red Bull erstellt Hochglanzmedien & teilt Videos, etc. gratis mit Medien
- heute Motorsport & Fußball große Kosten-, Marketing-, Umsatztreiber
- bereits früh im Motorsportbereich Budget von $150-200 Mio. p.a.
- Mitarbeitende der Gesellschaften begegnen sich kaum; keine gemeinsamen Feiern, etc.
- 2003 das "Diagnostic & Training Center" als Dienstleistung für Athleten eingerichtet
- Warum Fußball: Zielgruppe ist älter, Red Bull mainstreamiger geworden -> Marketing angepasst
- Mateschitz: "Unsere Philosophie ist, dass wir ein integraler Bestandteil der Sportart sind."
- Red Bull produziert nicht, hat keine eigenen Lagerhallen und keinen Fuhrpark
- Rauch Fruchtsäfte GmbH & Co OG seit Jahrzehnten exklusiver Erzeuger & Abfüller (per Handschlag)
- Schweizer Töchter, die bei US-Embargo gegen Europa aus neutraler Schweiz einführen können
- Sollte der Dollar zu stark abwerten, würden sie eine Produktion in den USA aufbauen
- in Deutschland erfolgt Vertrieb über Warsteiner Gruppe
- trotzdem: Bull Bau BmbH ist konzerneigenes Bauunternehmen
- Rauch Fruchtsäfte GmbH & Co OG seit Jahrzehnten exklusiver Erzeuger & Abfüller (per Handschlag)
- Verbindlichkeiten von 0 EUR, bis 1999 keine Dividendenzahlungen
- Gewinn: ca. 50% bleibt im Unternehmen; Dividenden im Verhältnis 49:49:2
- Marketing-Budget ist ca. 30% des Umsatzes ("sonstige betriebliche Ausgaben", Wettbewerber 10-15%)
- Red Bull GmbH hat <300 Mitarbeiter -> Aufsichtsrat nicht nötig
- um die Bildung von Betriebsräten zu vermeiden, hat er Töchterfirmen eingestellt
- Board of Directors: Mateschitz (CEO) und 6 weitere Manager (als Prokuristen; Finanzen, Produktion, Social Affairs, Recht & Personal, Marketing & PR, Markenmanagement); dazu weitere, bspw. ausgewählte Area Manager, im engeren Kreis
- beide Seiten investierten $500 Tsd. & erhielten 49%; ein Mitglied der Yoovidhya-Familie 2%
- Mateschitz nutzt Privatstiftung für Vermögen -> Begünstigte erhalten Ausschüttungen, haben aber
keinen Anspruch auf das eigentliche Vermögen (kein Sterbefall für Erbschaftsteuer)
- Anteil von Mateschitz über D & M GmbH verwaltet; 100-Prozent-Töchter der D & M GmbH: Dietrich Mateschitz Beteiligungs GmbH, D & M Beteiligungs GmbH, B. Anteilsverwaltung GmbH; Gemeinsame Töchter der D & M GmbH und der Privatstiftung: Dietrich Mateschitz KEG (Forsbetrieb der 600 ha Wald um Firmenzentrale besitzt, Ende der 90er für 5,8 Mio. EUR gekauft), Dietrich Mateschitz Verwaltungs OG
- Thailänd. Version (Krating Daeng) seit 1963 in Asien; bei LKW-Fahrern, Reisbauern beliebt
- Mateschitz las mit 38 von hoher Profitabilität der thailändischen Version
- kaufte 1984 Vertriebs-Lizenz außerhalb Asiens (er war 40), kündigte 1985 bei Unilever
- passte Getränk an europäischen Markt an: Zugabge von Kohlensäure; verändertes Mischverhältnis
- Im Juli 2007 wurde Fuschler Nahwärme GmbH gegründet, die das HQ mit Energie versorgt
- 1x jährlich kommen thailänd. Gesellschafter nach Österreich
- thailänd. Seite trug nur Startinvestment, Logo und Lizenz bei -> Mateschitz hatte volle Freiheit
- Red Bull Trading GmbH zuerst in Wiesbaden, wegen langsamer Zulassung Wechsel nach Österreich
- weitere 10 Jahre später Umzug nach Fuschl am See (1400-Einwohner-Dorf)
- Red Bull (ca. 70% globaler Energydrink-Marktanteil) größer als Krating Daeng (ca. 30% in Thailand)
- 01.04.1987: Vertriebszulassung in Österreich, anfangs schleppendes Wachstum
- bereits damals Verschenken von Dosen als Marketing
- Product-Market-Fit: Mischgetränke erfinden & Bar-Keeper/Diskotheken-Betreiber überzeugen
- 1987 100 Tsd.e Dosen verkauft (1 Mio. EUR Umsatz), 1988 1,2 Mio. Dosen, 1989 1,7 Mio. Dosen (break-even), 2018 6,79 Mrd. Dosen (5,5 Mrd. EUR Umsatz, zu ca. 50% aus Dosenverkauf; >12.200 Mitarbeiter in 171 Ländern)
- 1989 (1997; 2008) führte Mateschitz Red Rooster (Carpe Diem; Cola) ein, was floppte.
- 1997 Eintritt in Kalifornien, heute USA wichtigster Absatzmarkt (ca. 25% des Dosenabsatzes)
- weiteres Wachstum insb. über Westeuropa, USA, China, Indien, Japan, Brasilien erwartet
- mystique, bspw. private Flugzeugflotte ("Flying Bulls", mit Dosenhaltern für schmale Dosen), Lunaqua (Mineralwasser, das nur bei Vollmond entnommen wird, für Interne & Geschäftspartner), Sprung aus dem All (auf 39 km, ca. 35 Mio. EUR kosten, ca. 8 Mrd. EUR Werbewert in ersten 5 Tagen), F1-Bulletin & -Feiern im Fahrerlager, ...